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Rock Hard Festival 2004
Nachbericht




Eigentlich war das Rock Hard Festival ja nur als Geburtstagsfeier zum 20. geplant und man fuhr damit nicht gerade ein Plus in die Kasse ein. Doch da es so gut ankam und immer wieder gefordert wurde, beschloss man sich, es zu wiederholen.
Das Billing vom Vorjahr zu toppen war natürlich schier unmöglich, doch auch in diesem Jahr fuhr man wieder einige Größen auf und die geile Location sollte dazu nur beitragen - diesmal ohne Flut-artige Regengüsse.


Dead Soul Tribe
Dead Soul Tribe, das ist die neue Band von Gitarrist und Sänger Devon Graves (ex-Psychotic Waltz). Ihr Auftritt wurde von Sonnenschein gesegnet und technischen Problemen, mitten in der Ballade "I remember" getrübt. Ansonsten bot man Progressive Metal im Stil von Psychotic Waltz und konnte sein Debüt gut live umsetzen.



Destruction
Laut, lauter, Destruction! Gleich zu Beginn bliesen Schmier und Co. das Publikum "Total Destruction" um die Ohren, bevor es mit „Curse the Gods“ und exzessivem Headbangen weiterging. Die Jungs zeigten sich prächtig gelaunt und harmonierten bis ins letzte Riff. Ununterbrochen ging es dann mit "The Ravenous Beast" weiter und das Amphitheater in Gelsenkirchen bebte. "The Butcher Strikes Back", "Thrash ´Til Death", "Invincible Force" und "Desecrators Of The New Age" dröhnten dann durch die Boxen. Der Sound war, wie schon im Vorjahr, erstklassig. Schmier war bei seinen Ansagen sehr charismatisch und merkte an, dass er sich freute mit seinen Kindheitsidolen Krokus und seinen Thrash-Kollegen von Exodus auf einem Festival spielen zu dürfen. Bei seiner Ansage zu „Eternal Ban“ rief er zu mehr Zusammenhalt unter Metallern auf und dass alle das Klischeedenken und Truegehabe endlich abschalten sollen. Mit „Life Without Sense“ ging das Headbangen weiter. Das Folgende „Nailed to the Cross“ widmete Schmier Marduk, die nicht spielen konnten, da ihr Bassist ausgestiegen war. Weiter wurden „Bestial Invasion“ und „Metal Discharge“ zum Besten gegeben, bevor es mit „Mad Butcher“ den Song zu hören gab, der die Band berühmt machte. Destruction waren eines der Highlights des ersten Tages. Schmier und Co. waren in Bestform und der Sound war erstklassig.

Krokus
Die Schweizer von Krokus rockten das Amphi-Theater ordentlich und so konnten sie auch mich, die sie zuvor nicht kannte (Asche auf mein Haupt) sehr schnell überzeugen. Man spielte sowohl neue, als auch alte Songs und konnte das Publikum begeistern. Natürlich durften da Mitsing-Passagen und Spiele nicht fehlen ;).

Exodus
Exodus sind zurück mit einer neuen Scheibe und dass sie stärker denn je sind, versuchten sie nun live zu beweisen. Die Bay-Area-Mitgründer legten mit „Scar Sprangled Banner“ direkt ein Brett rein. Die Band zeigte eine unheimliche Bühnenpräsenz und das Publikum ging bei jedem Song mit. Exodus brachten Klassiker wie „Piranha“, „Bonded by Blood“ und „The Toxic Waltze“ zum Besten, was das Publikum in vergangene, ruhmreiche Tage zurückbrachte. Exodus überzeugten auf ganzer Linie und feierten ein grandioses Comeback.

Gamma Ray
Als Co-Headliner des ersten Tages standen Kai Hansen und seine Jungs von Gamma Ray auf der Bühne. Mit dem Intro „Welcome“ und dem darauf folgenden „Gardens of the Sinner“ starteten die Hanseaten und boten von Anfang an eine super Show und das Publikum rockte von Anfang an mit. Mit „New World Order“ stand als nächstes wieder ein Stück aus dem „Skeletons in the Closet“ - Programm an, was vermuten lies, dass Gamma Ray das Programm von eben dieser Tour spielen würden. Dem war aber nicht so, denn mit „Rebellion in Dreamland“ und dem darauffolgenden „Land of the Free“ standen endlich wieder zwei Klassiker im Programm. Eine vorzügliche Lightshow begleitete die Songs und der Band sah man eine große Spielfreude an. Mit „Armageddon“ und „Heavy Metal Universe“ ging es dann wieder in Richtung „Skeletons in the Closet“. Während „Armageddon“ war die Bühne fast komplett dunkel und nur wenige grüne Spotlights brachten das „Ende der Welt“ beeindruckend rüber. Die Version von „Heavy Metal Universe“ war, wie schon bei der letzten Tour, extralang. Der obligatorische Mitsingteil in der Mitte durfte natürlich nicht fehlen. Das Publikum hatte noch soviel Kraft, dass Kai Hansen beeindruckt war. Nach „One With the World“, noch einem Stück der letzten Tour, folgte ein Stück aus Kai Hansens Helloween - Ära. „I Want Out“ wurde von den Fans lautstark mitgesungen (sogar auf dem Männerklo ging die Party bei dem Song richtig ab, Anm.v. Daniel Korth). Dann kam der dritte Klassiker in Form von „Somewhere out in Space“, der natürlich auch wieder einen extralangen Mitsingteil beinhaltete. Nach diesem Song wurden Gamma Ray gefeiert und als Zugabe gab es dann noch „Send Me a Sign“, von der „Powerplant“-CD. Gamma Ray überzeugten durch und durch und waren nicht nur aufgrund ihrer Bühnenpräsenz, sondern auch wegen der spektakulären Lichtshow und der Stimmung der eigentliche Headliner des Tages.

In Extremo
Die "Spielmänner" von In Extremo waren die Headliner des ersten Abends, doch es war bei weitem nicht so voll wie einen Tag später bei Machine Head, was wieder zeigt, dass mittelalterliche Klänge nach wie vor etwas ungewöhnlicheres sind. Die Show startete mit "Küss mich" und die Setlist setzte sich ca. zur Hälfte aus dem aktuellen Album "Sieben" zusammen. Klassiker wie "Merseburger Zaubersprüche II", "Vollmond", "Spielmannsfluch" und "Krummavisur" waren selbstverständlich mit im Programm und sorgten für Stimmung. Die Fans sangen sich die Seele aus dem Leib und auch auf den Rängen wurde gemosht, was das Zeug hielt. Die Bühnenshow bot neben den wie immer aufwändigen Kostümen und den wechselnden Instrumenten einige Highlights, wie zum Beispiel den Galgen, der zwischendurch angezündet wurde, und einige Pyroeffekte, von denen aber ruhig mehr hätten da sein können. Zu „Ave Maria“ forderte Das letzte Einhorn die Menge zu einer "Andacht" auf und bat alle auf den Rängen aufzustehen. Die meisten standen auch noch nach dem Lied, das selbstverständlich mitgesungen wurde. Zwischendurch fragte der Sänger nach einer Frau die singen könnte, doch Bianca, die auf die Bühne geholt wurde, traute sich nicht recht und so gab dann ein anderer Fan gröhlenderweise „Ai vis Lo Lop“ zum Besten. Nach zwei Zugaben und 15 Minuten längerer Spielzeit mussten In Extremo dann aufhören, da die Stadt Gelsenkirchen die Auflage erhob, dass um 1 Uhr Ruhe sein muss. Insgesamt war die Show ausbalanciert und die Stimmung gut, doch die Stücke des neuen Albums fügen sich teilweise nicht so ganz ins Gesamtbild hinein und gehen wie bei "Engelskrieger" von Subway to Sally mehr in Richtung Rammstein. So ist "Albtraum" mit der Aussage und der Formulierung "Ich habe meine Tante geschlachtet" schon etwas heftiger. Was die Pyroeffekte angeht, bleiben sie aber weit hinter Rammstein und Subway to Sally zurück, was aber durch Kostüme und Instrumente wett gemacht wird. Somit war der Auftritt für mich gelungen, aber als Headliner vielleicht auf Grund der spezifischen Richtung und der geringeren "Moshtauglichkeit" nicht unbedingt die richtige Wahl.

Pink Cream 69
Pink Cream 69, eine Band, die ich vom Namen her immer wieder mit The 69 Eyes durcheinander schmeiße. Doch musikalisch haben diese wahrlich nicht viel gemein. Leider war es bei ihrem Auftritt recht leer vor der Bühne, obwohl sich die Jungs sichtbar bemühten, eine gute Show hinzulegen und dies auch taten.
Mich konnten sie zumindest überzeugen, vielleicht war der Rest des Publikums einfach zu müde ;).

Metal Church
Metal Church sind zurück, mit neuem Sänger und einem starken Album. Sie rockten ordentlich und konnten das Publikum - inklusive mir - schnell in ihren Bann ziehen.
Natürlich spielte man nicht nur neues, sondern packte auch die Klassiker aus, die ebenfalls gut ankamen.
Nundenn, das kann man dann wohl ein geglücktes Comeback nennen.

Dark Tranquillity
Über die Melodic Deather von Dark Tranquillity braucht man ja gar nicht viel schreiben. Sie gehören zu den Mitbegründern der Götheburger Szene und besitzen auch nach langen Jahren im Musikbusiness noch Eier in der Hose was ihre Musik angeht. Im Gegensatz zu ihren Landsmännern von In Flames. Außerdem kann mit einem Aushängeschild wie dem sympathischen Sänger Mikael Stanne nicht viel schief gehen. Und so feuerten die Schweden ihre eingängigen Hymnen in eine aufgebrachte Menge, die ihnen aus der Hand fraß. Zwar war das Stageacting nichts besonderes, aber Band bot musikalisch einen einwandfreien Gig, der äußerst sympathisch rüberkam.

Rage
Gewissermaßen ein Heimspiel gab es für Rage aus der Nachbarstadt Herne. Mit „Are you ready to feel the power of Rage“ fing Mike Terrana an und prügelte auf sein Drumkit ein, als ob es kein Morgen gäbe. Als dann nach „Orgy of Destrucrtion“ sich der Kreis vor der Bühne füllte, brachten Rage „War of Worlds“ zum besten und heizten dem Publikum richtig ein. Mit „Down“ ging die Party erst richtig los und man sah Peavy Wagner und Voctor Smolski die Spielfreude richtig an. Als nächstes wurden dann zwei Klassiker vom Stapel gelassen. „Black in Mind“ und Solitary Man“ brachten die Menge zum überkochen. Mit „Soundchaser“ und „Great Old Ones“ gab es dann zwei Stücke des neusten Albums um die Ohren, bevor „Set This World on Fire“ angestimmt wurde. Die Herren Smolski und Terrana gaben noch zwei Soli zum Besten. Bei Mike Terrana hatte man das Gefühl, er würde gleich entweder das Drumkit schrotten, oder sich irgendwie verletzen. Während dem Folgenden „Don’t Fear the Winter“ brach ihm ein Drumstick, den man drei Meter hoch flogen sah. Mit „From the Cradle to the Grave“ gab es ein Stück der orchestrierten Ragezeit zu hören. Die Zugabe konnten sich laut Peavy die Fans selber geben und er stimmte „Higher Than the Sky“ an, was von den Fans lautstark erwidert wurde. Was soll man noch mehr sagen? Rage waren, sind und bleiben einfach eine Bank!

Stratovarius
Ein bezeichnender Gig stand bevor. Es sollte der letzte Gig in Deutschland sein, da Timo Tolkki in wohl wirklich ungelogen geistiger Verwirrung beschlossen hatte, die Band aufzulösen oder gar Timo Kotipelto rauszuschmeißen.
Die Stimmung auf der Bühne war recht eisig und man versuchte sich großteils möglichst nicht in die Quere zu kommen. Timo Kotipelto spielte dennoch sein "Roadie fang den Mikroständer"-Spiel, verschwand aber in den Pausen immer wieder von der Bühne. Sein Gesang war aber trotzdem gut. Die restlichen drei Jungs schienen einfach nur ihre Pflicht zu tun und Jens mal nicht blödeln zu sehen ist schon eine Seltenheit.
Man eröffnete mit "I Walk to My Own Song", worauf "Forever Free und "Eternity" folgten. Mit "Reign of Terror" gab es einen alten Song auf die Ohren.
Natürlich fehlten Songs wie "Hunting High and Low", "Black Diamond" und "Kiss of Judas" nicht. Man spielte nach langer Zeit wieder "Phoenix", der sehr geil rüberkam. Den Titel "Forever" zu spielen war vom Titel her schon fast ironisch. Das Publikum ging zwar gut mit, aber die Stimmung war natürlich gedrückt. Dennoch galt es, es nun noch einmal zu genießen.

Machine Head
Machine Head hatten ein schweres Erbe anzutreten, denn zuvor hatten Stratovarius ein wahres Feuerwerk abgefeuert. Das Publikum ging von den ersten Klängen von „Imperium“ bis zu den letzten Tönen von „Supercharger“ voll mit. Überall wo man hinsah, sah man Haare fliegen und Leute durch die Gegend springen. Aufgelockert wurde die Setlist durch das ruhige „The Burning Red“. Es wurde sogar „Decent Shades of the Night“ zu besten gegeben, was laut Sänger Rob Flynn eine Ode an den Tod darstellen sollte. Die Lichtshow war recht eintönig, schaffte es aber zu überzeugen, da Machine Head viel auf weiße Lichtelemente setzten. Der Sound hingegen war ein einziges Matsch. Teilweise verstand man Herrn Flynn gar nicht und der Sound wirkte ziemlich übersteuert. Im Großen und Ganzen waren Machine Head stimmungsmäßig ein würdiger Headliner, aufgrund des Sounds aber kein Ohrenschmaus.


Rückblickend ist zu sagen, dass die Jungs eine wirklich gute Arbeit geleistet haben und mit guter Organisation und einer geilen Location überzeugen können.
Natürlich wissen die Rock Hardler ja auch selber, was einen bei einem Festival stört und können so alles in ihrem Sinne umsetzen.
Eins steht fest: 2005 und in Zukunft wird es wieder ein Rock Hard Festival geben.


Bericht: Nathalie Mohr, Dominic Türk
Fotos: Dominic Türk








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Publiziert am: 2005-04-13 (2318 mal gelesen)

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