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Amphi Festival 2005
... aus der Sicht eines Metallers (mit Festivalerfahrung)



"In Extremo im Amphitheater?" -"Och ja gucken wir uns doch mal an" und da das Festival dran hing, kann man sich das ja dann auch mal gleich anschaun, man will ja offen und tolerant sein...
Jaja, das Amphitheater in Gelsenkirchen. Eine Location, von der ich eigentlich restlos begeistert bin. Doch man muss ihre Vorzüge natürlich auch nutzen...


Amphi Festival Daher möchte ich mich zunächst einmal über die Orga auslassen, da ich dies unabhängig meines Musikgeschmackes bewerten kann und dies auch als wohlgemeinte Tipps an die Veranstalter sehe, was man verbessern sollte/könnte.
Dass der Einlass mit einer Stunde, bei pingeliger Security - dazu später mehr, für eine solche Location zu knapp bemessen war, haben die Veranstalter ja bereits feststellen müssen. Man hatte eben nur drei Durchlässe und wer nicht vorher schon stundenlang an der Bändchenausgabe stand, stand dann mit der Tageskarte auch noch in dieser Schlange. An dieser Stelle hätte es geholfen, einfach mal die Jungs vom Rock Hard zu fragen, wie sie es gehalten haben. Denn beim Rock Hard Festival ware ja z.B. auch nicht alle auf einmal gekommen und man hatte mehrere Bändchenausgaben.
Amphi Festival Nachdem die erste Band schon gespielt hatte verschob man dann aus Rücksicht die gesamte Running Order um etwa eineinhalb Stunden, was sonstwo eigentlich undenkbar ist, aber in diesem Fall verständlich. Es stellte sich aber leider zudem noch heraus, dass die Security selber nicht Bescheid wusste. So verlangten sie beschriftete Fotopässe, obwohl man am Pressestand sinngemäß gesagt bekam "da kannsu deinen Namen drauf schreiben, aber musst du nicht, wir haben aber auch keinen Stift hier". Zudem musste man Sachen vernehmen wie "die Treppe muss frei bleiben! ... glaub ich... hab ich gehört...". Aber nunja, zumindest am Fotograben gab man klare Anweisungen, auch wenn die Security durchweg wieder mal nicht die freundlichsten waren.
Amphi Festival Was mich am meisten störte ist, dass der grandiose Sound des Amphitheaters nicht ausgenutzt wurde, da die meisten Mischer anscheinend keine Ahnung hatten, oder aber taub waren...
Der Fotograben war um EINIGES zu klein. Ich will hier nicht dafür pledieren, weniger Fotopässe auszugeben, wobei für ein Webzine aber einer reicht, sofern man sich abwechseln kann, aber man hätte locker drei, vier Meter mehr Platz machen können, wie es auch auf dem Rock Hard üblich ist. Und wieso die Security wenn Fotographen drin sind dann am Bühnenrand steht und einen am fotographieren hindert, statt an die Wellenbrecher zu gehen wo sie hingehören, ist mir schleierhaft.
Amphi Festival Die vielen Verkaufsstände waren doch etwas entlegen verteilt und die Tatsache, dass man aus dem VIP-Zelt das X-tra-X-Zelt gemacht hatte führte zu einigem Durcheinander an dem Durchgang, wo die anderen Besucher für die Toiletten anstanden.
Leider muss ich auch noch loswerden, dass ich auch die Besucher zum Großteil intolerant, motzig und unfreundlich fand. So oft wurde ich auf einem Metalfestival noch nie dumm angemacht, nur weil ich um zwei Zentimeter "falsch" in der Schlange stand, oder einem Bekannten einen Platz frei halten wollte. Aber nun gut, da kann der Veranstalter ja nichts für. Zu Gute halten sollte man dem Veranstalter aber, dass es sonst im Großen und Ganzen gut lief, die Veranstalter im Vorfeld sehr freundlich und schnell mit dem Feedback war und das Amphitheater von Freitag auf Samstag auch wieder sehr schön sauber war. Vielleicht sollte man nächstes Jahr mal von dem schönen angestammten Autogrammstundenplatz Gebrauch machen ;).
Amphi Festival
Aber nun will ich doch mal ein bisschen etwas zu den einzelnen Auftritten sagen, wobei hier bitte nochmal im Vorraus gesagt sein soll, dass ich eigentlich Metaller bin, der mal ein bisschen Gothic in Richtung Mantus etc. hört und jetzt nicht DIE fachliche Gothic / Darkwave / Industrial oder was auch immer Kenntnis hat.

Den Anfang machten am Freitag "This morn' Omina" und brachten für mich gleich den ersten Schock, den es zu verdauen gab. Es sah astrein so aus, und hörte sich so an, als wären wir auf dem Einslive Partyservice gelandet, da neben einem Mann an zwei Plattentellern nur noch ein bisschen Percussion per Hand vorhanden war. Zudem bin ich eben ein Fan von LIVE Musik, das hatte ja nichts mehr mit einem Konzert zu tun.
Amphi Festival Naja und die quietschbunten, schwarz-pinken oder auch schwarz-giftgrünen Gestalten, die anscheinend zu Hause das Tanzen geübt hatten und total angestrengt und starr herumtanzten taten ihr übriges. "ICH DACHTE DIE WOLLEN ANDERS SEIN?!" schoss es mir unweigerlich durch den Kopf, aber das war leider nicht das einzige mal. Als nächstes fragte ich mich, ob wir oder das Schiff auf dem Kanal uns bewegen, da ich schon befürchtete, dass wir vielleicht auf der Loveparade gelandet seien, da man durchsagte, wir sollten uns alle lieb haben....
Amphi Festival Am steigenden Patchouli-Geruch erkannte man dann, dass es sich langsam füllte...
Nun folgten "Unheilig". Der Sänger erinnerte mich von der Stimme her an eine Mischung aus Witt, Rammstein und 69 eyes. Die Gitarre war leider nur ganz vorne an der Monitorbox herauszuhören. Insgesamt klang es u.a. durch die Keyboard-Parts leicht nach Techno, was den ersten Eindruck weiter bestätigte.
Mit Zeraphine folgten dann etwas metallischere Klänge, die sich als melancholisch und eher eintönig erwiesen.
Nun hatten wir erstmal genug vom Kulturschock und fuhren erstmal nach Hause um uns zu aklimatisieren und auf den kommenden Tag vorzubereiten...
Amphi Festival
Samstag, neuer Tag, neues Glück?!
Als erstes kamen Staubkind auf die Bühne. Ihr Sound enttäuschte leider, da die Gitarre zu leise, der Bass zu laut der Mischer scheinbar taub war und die Hälfte der Instrumente scheinbar aus der Konserve kam. Der Sänger schien schon nach dem vierten Lied Stimmprobleme zu haben. Das "Schlaflied" war musikalisch zudem keines... Wieder einmal muss ich an Rammstein und HIM denken...
Statt Namnambulu, die sich kurzfristig aufgelöst hatten folgten nun Psyche, die uns wiederum an Techno erinnerten und man fragte sich, wie es denn so mit Epilepsie aussehen würde...
Aufgrund einer deutlichen Überdosis "UzUz" gönnten wir uns nun eine kleine Auszeit und kehrten zu Blutengel zurück. Hier folgte die nächste Ernüchterung auf dem Fuße, denn diese, von denen ich bisher nur ein Lied kannte und ganz gut fand, verbaten den Fotograben und das Publikum in den ersten Reihen wollte die Fotographen partout nicht einigermaßen vorlassen. Der Sound war auch hier ein bisschen Amphi Festival überstuert und der Bass zu laut. Die Sängerinnen waren kaum zu hören. Hier bekam man jedoch das erste mal eine wirkliche Bühnenshow mit schöner Deko zu sehen, auch wenn diese nach dem "Sex sells"-Prinzip durchgezogen wurde. Zudem waren hier auch die ersten Pyros zum Einsatz gekommen. Die Bombe mit den silber/goldenen Lametta-ähnlichen Streifen (Rettungsdecke?!) hätte man sich allerdings sparen können, da diese hinterher kletternder Weise von der Bühne und den Scheinwerferkonstruktionen entfernt werden mussten.
Mit Die Krupps folgte der nächste Act. Und wiedermal einer, der mich an Rammstein erinnerte... Die Gitarre war auch hier zu leise, dafür hatte man eine Trillerpfeife dabei...
Amphi Festival Carmoflage waren wieder eher unspektakulär und extrem charttauglich. Neben Keys und Gesang gab es fast nur ein bisschen Drums und einen rumhüpfenden Sänger...
Nun folgten: IN EXTREMO, auf die wir schon die ganze Zeit so sehensüchtig gewartet hatten! Ich muss sagen, ihr Auftritt wertete die ganzen Ernüchterungen des Wochenendes mehrfach auf!
Nachdem ich nach dem dritten Song und einem mit meiner Kamera flirtenden Einhorn aus dem Fotograben zurückkehrte musste ich zwar feststellen, dass der Sound oben nicht ganz so gut war, aber definitiv besser als zuvor. Ein bisschen ärgerte mich, dass man mit dem, mir verhassten "Erdbeermund" eröffnete, welches sie verunstaltet hatten, aber man kann ja nicht alles haben... Die neue Scheibe "Mein rasend Herz", die ich zuvor nicht kannte, erwies sich aber als definitiv besser als die "7" und kam sehr gut an. Besonders gewundert habe ich mich bei "Nur ihr allein", da es live gar nicht mal so popig rüberkam. Aber natürlich durften Klassiker wie "Herr Mannelig", "Der Wind", "Spielmannsfluch", "Vollmond" und das gute Laune Lied "Villeman Og Magnhild" nicht fehlen. Der Auftritt war so gut, dass die Tanzende Menge, die uns, moshend natürlich, ansahen, als würden wir von einem anderen Stern kommen, eher belustigte als ärgerte...

Hier die Setlist, wobei uns ein Lied fehlt, welches wir nicht mehr herausgefunden hatten...:

Amphi Festival Erdbeermund
Herr Mannelig
Krummavisur
Horizont
Der Wind
Mein rasend Herz
Omnia Sol Temperat
Wessebronner Gebet
Ave Maria
Spielmannsfluch
Nur ihr allein
Vollmond
Amphi Festival Die Gier
???
Nymphenzeit
Poc Vocem
Küss Mich
Spielmann
--------------
Stetit Puella
Merseburger Zaubersprüche II
Villeman Og Magnhild

Insgesamt war das Festival wohl aus der Sicht des durchschnitts-Besuchers gelungen, ich kann eben nur auf die organisatorischen "Mängel" hinweisen und meine Sicht der Dinge schildern...
Als Metaller ist man es eben nicht gewohnt, dass die Leute entweder nur da stehen oder tanzen wie in jeder Teenie-Disko...
Zudem kannte ich ja den Großteil der Bands nicht und hab es einfach mal unter dem Kapitel Weiterbildung und ein Versuch in Richtung verstehen der Gothic-Szene abgelegt...


Bericht & Fotos: Nathalie Mohr








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Publiziert am: 2005-07-20 (2932 mal gelesen)

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