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Burgfolk Festival 2007
Nachbericht



Samstag, Mülheim an der Ruhr: leicht bewölkt bis sonnig, ein seichtes Lüftchen weht, die Frisur sitzt. Ich fahre auf den Parkplatz und mir schallen Trommel – und Flötenlaute entgegen. Sie kommen von Rabenschrey, die gerade bei ihrem Soundcheck sind.


Rabenschrey Bereits für ihren Soundcheck bekamen Rabenschrey von dem bis dahin noch wenigen Publikum mächtig Beifall. Mein Bekannter Michael, den ich bereits auf dem Castle Rock kennen lernte und auf dem Amphi – Festival wieder traf, lud mich auch gleich in die erste Reihe ein, was ich natürlich gern annahm. Man hätte denken können, ihr Auftritt ist schon in vollem Gang, doch als sie nach 2 Songs von der Bühne verschwanden und in mittelalterlichem Outfit wieder betraten, war klar, dass vorher nur der Soundcheck lief. Nun ging es also los, mit rauen Männerstimmen und derben Texten. Der Platz war schon etwas voller und das „faule Volk“, wie Sänger Donar sagte, ließ sich doch gut animieren. „Handgeklapper“, Rufe und kräftiges Mitsingen machte die Mittagsstunde alles andere als ruhig. Nachdem das Publikum auf „Dankeschön! – Bitteschön!!“ – Rufe konditioniert war, gab es nach jedem Song Tumult. Und es dauerte auch nicht lange, bis neben mir die Haare flogen. Eigentlich wollte ich dieses Festival ruhiger verbringen, doch nach ein paar Songs fand ich mich dann doch wieder mal in der ersten Reihe wieder, tanzend und singend, spätestens „Hey, wir sind Heiden“ weckte die restlichen müden Besucher auf. Der Abschlusssong wurde dann in eine nicht jugendfreie Version verändert: das R aus „Oh Röselein“ wurde gegen ein M ausgetauscht, natürlich waren alle mit Begeisterung dabei *tztztz*


An Erminig Danach folgten An Erminig. Sie legten ihren Schwerpunkt auf die Musik, weniger auf die Show. Die Ansagen waren zwar etwas verhalten, aber die Musik sprach für sich, sie war weniger auf Stimmungsmache aus, sie legten mehr Wert darauf, uns bretonische Musik authentisch näher zu bringen. Außerdem erklärten sie gleich noch die Schritte zu bestimmten Tänzen. Im Publikum bildeten sich daraufhin Kreise, in denen die Anleitungen gleich umgesetzt wurden. Vom Lackkleid über Batikkleidchen bis hin zu den Bluejeans war so ziemlich alles bei den Tänzern vertreten.


Als nächstes wurde die Bühne von mehreren Männern in Quilts gestürmt. Sie zeichneten sich durch irres Gefiedel aus, das schon fast virtuos wirkte. Die Holländer von Rapalje ließen ordentlich Tanzstimmung aufkommen, ihre Musik war Aufforderung genug mitzutanzen – und zu klatschen. Sie spielten unter anderem „Whisky in the jar“, vor allem bekannt von Metallica, nur halt in besaiteter Version. Mit ihnen trat auch eine Gastsängerin auf, die eine Ballade mit bereicherte. War es der Luftzug, in dem ich saß oder ihre schöne Stimme, die mir Schauer über den Rücken laufen ließ? Da das Publikum meine Meinung zu teilen schien, war es wohl letzteres. Ihr letztes Stück kündigten sie mit einem „Death Metal Intro“ an, der Text war nicht verständlich, nur die Melodie verriet, dass es sich hierbei um den „Drunken Sailor“ handelte.
Rapaltje Mit 15 Minuten Verspätung spielten nun Cultus Ferox. Der Soundcheck zeichnete sich durch etliche Rückkopplungen aus, ich habe mir sagen lassen, das sei bei ihnen normal so. Ihre Show leiteten sie mit einem einsamen Hornisten ein, dem nach und nach der Rest der Band auf die Bühne folgte. Kaum hatten sie begonnen zu spielen, sah man etliche Besucher hastig in den Taschen kramen um irgendetwas zu finden, das man sich in die Ohren stopfen kann. Doch nicht nur der Soundcheck war geprägt von etlichen Rückkopplungen, auch der Auftritt bestand zu einem großen Teil daraus. Ich wusste gar nicht, dass es dabei ein so weites Spektrum gibt ;-) Ein weiteres Highlight war die „Wolfsballade“, die mit der schönen Gastsängerin performed wurde. Als der Sänger seinen Text beendet hatte, fiel er auch gleich über sie her.


Cultus Ferox Als Faun die Bühne betraten, wurden sie begeistert empfangen. Sie gaben dem Publikum eine kleine Musiklehre des Mittelalters, das „Was ist Was“, mit Erklärungen von z.B. dem Tagelied. Bei selbigem gab es auch ein paar Pannen: der komplette Ton fiel gleich zweimal hintereinander aus, und alles schaute finster zum Technikerstand. Danach ging es aber pannenfrei weiter mit ihrer Musik, in der sie natürlich wieder Dudelsack und in Vergessenheit geratene Instrumente mit ihrem mehrstimmigen Gesang und elektronischen Beats paarten. Zum Ende ihrer Show war der Platz vor der Bühne recht voll und der lang anhaltende Applaus sprach für sich.



Faun Bevor es nun zum Höhepunkt des Abends kam, betraten Qntal aus München die Bühne. Auch sie nahmen das Publikum auf eine musikalische Reise mit, auf der die Besucher Musik bretonischer wie auch oriantalischer Herkunft begegneten. Dabei war auch das Palästinalied, ursprünglich von Walter von der Vogelweide, vielen Mittalter – und Folkfans aber bekannt aus vielen zeitgenössischen Darstellungen. Auch hier war der Schlossplatz mal wieder voll.




Kommen wir nun zu den Headlinern des Abends. Extra aus Finnland angereist, und sehnsüchtig erwartet spielten Korpiklaani auf. Waren sie letztes Jahr noch im Nachmittags- programm, so bekamen sie diesmal die Primetime. Die Stimmung war ausgelassen und es wurde gemosht bis zum Abwinken. Unter anderem spielten sie „Beer Beer“ und „Cottages & Saunas“, ihr Humppaa Metal kam gut an und sie rockten das Schloss.

Qntal Heftig und laut ging das Burgfolk so nun zu Ende.

Leider gab es diesmal keine Aftershowparty, da keine passende Location gefunden werden konnte.
Die Verpflegung, sowohl an Essen und Getränken, wie auch mit allem Möglichen von Schmuck über Taschen bis Kleidung, ließ auch hier wieder nicht zu wünschen übrig.
Leider hat der Veranstalter keine Angaben darüber gemacht, ob Getränke mit aufs Gelände genommen werden durften, so dass sich am Eingang ein Flaschenberg stapelte.
Korpiklaani Ansonsten nehme ich nur gute Erinnerungen daraus mit, es war eine entspannte und friedliche Atmosphäre, es wurde ausgelassen mitgefeiert. Sollte man sich ruhig mal anschauen.


Bericht: Simone Grigar
Fotos: Marcus Köster








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Publiziert am: 2007-09-09 (6568 mal gelesen)

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